Hitziger Serverraum

Geschichten habe ich viele, hier eine die gerade noch gut ausging.

Vor vielen Jahren forschte und administrierte ich an einem Max-Planck-Institut. Die Arbeitsgruppe brauchte viel Rechenleistung. Deswegen stand ein grosser Serverraum voll mit Numbercrunchern, einer Notstromversorgung und einer Klimaanlage die stark genug war einen Vulkan runter zu kühlen.
Eines Tages, ich war eigentlich schon auf dem Weg in die Mensa, fragte jemand nach einem speziellen Kabel. Mein Arbeitsethos siegte über den Hunger – deswegen ging ich in den Serverraum das Kabel holen. Als ich die Tür öffnete schlug mir eine unglaubliche Hitze entgegen. Die Server liefen noch, bei der bestehenden Hitze hätten sie das Dessert aber
sicher nicht mehr erlebt. Gut, dass ich die Sache mit dem Kabel vor dem Essen erledigen wollte. Die Klimaanlage lief zwar, blies aber nur warme Luft in den Raum. Ich entschied mich dazu die heisse Luft mit grossen Lüftern aus dem Raum zu blasen, was ganz gut funktionierte. Aber warum funktionierte die Klimaanlage nicht? Auf die Lösung kam ich durch eine Befragung des Institungselektrikers und etwas Logik. Es gab einen unbemerkten kurzen Stromausfall, der von der Notstromversorgung abgefangen wurde. Alle Server und auch die Klimaanlage bekamen ihren Strom aus den Akkus. Geladen wurden die Akkus aus einem anderen Energiestrang, der vom Ausfall nicht betroffen war. Wirklich alles wurde vom Notstrom versorgt. Nur nicht das Steuergerät der Klimaanlage – das hing ganz ohne Redundanzen am Stadtnetz. Und musste nach einer Unterbrechung der Versorgungsspannung von Hand (!) wieder eingeschaltet werden.

Die Server waren gerettet, die Klimaanlage lies sich wieder starten, der Elektriker hatte einen neuen Auftrag – und die Mensa hatte inzwischen geschlossen.


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