Kein Internet mehr

Kunde ruft beim Admin an:
K: “Mein Chef hat gesagt, ich soll den Router resetten, aber seit dem haben wir kein Internet.”
A: “Was genau haben Sie denn gemacht?”
K: “An dem Router war ein Loch mit der Aufschrift ‘Reset’, da hab ich mit ner Büroklammer reingedrückt.”
** Stille **
A: “Ich glaub ich weiß warum Sie kein Internet mehr haben…”


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Drucker druckte wirklich nicht

Es ist zwar schon einige Zeit her, ich denke aber immer noch lachend daran zurück. Es war zu der Zeit, als die HP 6L aktuell waren.

Eines Morgens kommt dem Chef seine Frau mit einem riesen Din A3-Zettel angerannt, auf dem Zettel stand groß mit Edding geschrieben: “Drucker druckt nicht!”. Gutmütig, noch leicht verschlafen und nicht an einen großen Fehler glaubend, schaute ich mir die Sachlage genau an. Ich konnte es erst nicht glauben, aber die Diagnose war eindeutig! Ohne einen Handgriff zu rühren war der Fehler schon behoben, denn ich sagte nur “Du, vielleicht liegt das am akuten Papiermangel des Druckers…?” (wer den 6L noch kennt, weiß, dass das Papier hinten senkrecht im Drucker stand). Als Belohnung für die schnelle Fehlerbehebung bekam ich einen der hochrötesten Köpfe zu sehen, die ich jemals gesehen habe :-)


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EDV ohne Computer

Vor einigen Jahren, einer von unseren oberen Chefs kommt zu uns in die EDV um ein paar Dinge abzusprechen.
Nach einer Weile klingelt sein schnurloses Telefon (ein interner Anruf einer anderen Abteilung). Er geht ran, meldet sich, hört kurz zu und sagt dann:

Ich kann grad nicht! Ich hab grad keinen Computer – ich sitze in der EDV!!!

Alle EDVler sahen sich sprachlos an :-)

 


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Der liebe Postausgang

Anruf bei mir von einer Userin:

Dominic, ich habe hier ein ganz seltsames Problem mit meinen E-Mails. Kannst du mal vorbeikommen? Ist echt komisch…

Mit den schlimmsten Befürchtungen in Richtung Userarbeitsplatz gelaufen. Dort angekommen auf den Thunderbird geschaut und im ersten Moment nichts seltsames bemerkt. Doch die Userin erklärte:

Ich habe gerade mal ein wenig rumgeklickt und bemerkt, dass im Postausgang in der Spalte Absender immer meine E-Mail-Adresse eingetragen ist. Ich habe doch nicht alle E-Mails an mich geschickt?

Aufregen und erklären brachte nichts – sie glaubt heute noch an einen Fehler…


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Maustreiber mit hoher Systemlast

Anruf bei uns. Eine verzweifelte Userin.

Ja, hallo, ich rufe an, weil mein Excel total langsam ist. Die Maus hakt, und es dauert lange, bis ich Text eingeben kann, manchmal kommt da gar nichts.

IT:

Aha, hmhm, interessant…müsste ich jetzt mal gucken.

Etwa ein Speicherleck? In Excel würds mich nicht wundern, ist ja von Microsoft, da ist das ja quasi normal, höhö. Also mal Tante Google anwerfen, und recherchieren. Ist der Fehler bekannt? Gibts Patches dagegen? Fehlanzeige. Selber reparieren is nicht, weil ich nicht wüsste, wie. Weitergooglen.

Nach 20 Minuten ein erneuter Anruf.

Ja, ich bins nochmal. Also das wird hier immer schlimmer. Jetzt hakt das ganze System. Outlook, Firefox, nichts geht mehr.

Der Rechner ist vor 2 Wochen frisch installiert worden, und eigentlich sollte der RAM noch okay sein. Naja, ich hole mal ein Ersatzgerät aus dem Regal und fange an, es fertig zu machen. Kann ja sein, irgendein Hardwarefehler oder so. Trotzdem nervige Arbeit. Irgendwann noch ein Anruf.

Ich habe den Rechner ein paar mal neugestartet, das brachte aber nichts. Deswegen frage ich mal, kann das auch an der Maus liegen?

Normalerweise nicht, wir haben hier ganz normale Logitech-USB-Mäuse, 2 Buttons, Scrollrad, nichts wildes.

Ja, ich frag ja nur, weil ich mir dachte, ob es helfen könnte, dass ich mal die Batterie wechseln könnte.

WTF? Es stellte sich heraus, dass besagte Userin von zu Hause eine Funkmaus mitgebracht hat, weil sie besser in der Hand liegt. So ein hochgezüchtetes Gamerteil. Und sie war sich nicht bewusst, dass die Maus anfängt zu haken, wenn der Akku leer wird.

Wir haben die Userin dann eigenhändig zum Real rübergeschickt, neue Akkus besorgen, und ziemlich geflucht.


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“Bitte keine Emails mehr….”

Ein neuer Mailserver muss her, wenn ein Admin so etwas hört, läuft ihm oder ihr meist ein kalter Schauer über den Rücken. Neue IP-Adressen, Kontenmigration – auf alle Fälle jede Menge Support Bedarf. Und viele Mitarbeiter greifen heutzutage auch von zu Hause oder unterwegs auf ihre berufliche Korrespondenz zurück.

Ich schrieb nach der Umstellung eine interne Nachricht, wie die Mitarbeiter auch von ausserhalb auf ihre Nachrichten zugreifen können. Eine UserIn war sehr hartnäckig und schrieb auch von Ihrem privaten Account an die Support Adresse. Sie eröffnete die Kommunikation mit dem Support, damit das wir prüfen sollten ob ihr Passwort richtig ist. Sie bekam die Antwort, dass wir ihr persönliches und geheimes Passwort nicht kennen, aber wir können ihr Passwort zurück setzen. Daraufhin hat sie uns Ihr Passwort gesandt – Facepalm 0.

Aber, es kommt noch “besser”. Nachdem die UserIn nun endlich private und berufliche Nachrichten empfangen kann, erreicht uns folgender Satz via Email. Ich zitiere:

“Nun klappt es, aber wenn Sie mir noch helfen können, die Mails ab und zu nicht zu bekommen… ”

Nach einem ordentlichen Facepalm1 bekam die UserIn eine Nachricht doch bitte den Haken “Beim Start Abrufen” in den Einstellungen des Kontos heraus zu nehmen.

EOF ;)


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Richtig sichere Passwörter

Einer unserer Kunden hat sich von einem bekannten deutschen Hersteller eine neue Software gekauft.
Dazu war es notwendig dem installierenden Techniker einen Zugang zum neu eingerichteten Terminalserver zu gewähren.

Der Techniker erhält hierfür ein zeitlich begrenztes X509-Zertifikat. Zusätzlich ist das
Zertifikat noch mit einem 8-stelligen Passwort geschützt. Das erhält der Techniker auf einem gesonderten Wege.

Alle notwendigen Parameter sind vorhanden, alles klar? OpenVPN, ok. ? Gut..

Nach einer Woche schaue ich in die Log-Files, ob sich der Kollege schon einmal an dem Projekt zu schaffen gemacht hat. Nichts!

14 Tage später werden unsere Kunden unruhig, der Übergabetermin rückt näher, nichts passiert.. Also Mail schreiben, was ist los? Keine Reaktion..
Wenige Tage später telefoniert der Geschäftsführer des Kunden den den Vorgesetzten des Technikers.

Dann platzt die Bombe..

“Ihre Systemadminstratoren sind ein Haufen paranoider Spinner, Sicherheit ist ja gut und schön, aber was zuviel ist, ist zuviel. Unter diesen Umständen kann mein Techniker seine Aufgabe nicht erfüllen.”

Ok, tief Luftholen und ein bischen durch die Nase atmen.., was war passiert?

Das nachträglich zugesandte Password wurde ignoriert oder ist verloren gegangen.
Die einzig vorhandene Datei war die cert.pem. Also muß dort das Passwort drinstehen.
Steht auch drin und zwar zwischen

“—–BEGIN CERTIFICATE—–” und “—–END CERTIFICATE—–“.

Dieses Passwort täglich abzutippen ist aber selbst für den geschicktesten Hacker eine Zumutung, außerdem nimmt der VPN-Client nach 128 Zeichen (ich habe es selbst nicht probiert) keine Zeichen mehr an.

Die Sache klärte sich dann nach ein paar Erläuterungen auf, auch das Passwort fand sich wieder an.


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USV im Funkenflug

Eines Tages hat es der EDV-Abteilung gereicht: die Stromqualität des lokalen Stromversorgers war so grottig, daß jedes Jahr hohe 4-stellige Verluste an lokalen USVs und an Servernetzteilen geschrieben wurden. Ein Transientenrekorder zeichnete auf. Soll: Sinus, Ist: Dreieck mit überlagerten Dolomiten.

Eine große, zentrale USV wurde angeschafft. In allen Häusern wurde eine parallele SV-Versorgung aufgebaut. Die Serverräume bekamen neue Unterverteilungen. Der Umzug der Stromversorgung im zentralen Serverraum stand bevor. Das war natürlich verbunden mit dem Herunterfahren und Wiederanfahren aller Systeme.

Termine vereinbart, Downtime verabredet, Abläufe geplant. Alles war gut vorbereitet. Der Anschluß der lokalen Stromkreise und der Racks an die neue Unterverteilung lag in der Obhut des Hauselektrikers. Die Aufgabe bestand darin, aus 380V-Drehstrom 3x 230V auszukoppeln.

Als alles termingerecht fertig war, kam der Zeitpunkt des Anschaltens. Erst die lokalen USVs, die sicherheitshalber noch einmal belassen wurden, dann die Peripherie, dann die Server usw. “Alles richtig verkabelt ?” – “Ja, kann losgehen!”. Der Elektriker schaltet die Sicherungen zu, die USVs bekommen zuerst Strom.

Brutzel — Knister — Knall. Sicherungen fallen, es riecht. Eine Sicherung fällt nicht. Dahinter eine IMV-Victron-USV, 3000 kVA. Der Lüfter dreht, und hinten fliegen die Funken heraus. Es sieht aus, wie ein startendes Raketentriebwerk. Schnell zur Unterverteilung, Sicherung wieder raus. Danach riecht es sehr intensiv im Serverraum.

Die Wiederinbetriebnahme fand dann ohne lokale USVs statt, deren es 4 Stück zerlegt hatte, und natürlich um Stunden verzögert.

Was war passiert ? Der gute Mann hatte für die Verdrahtung ein 5-adriges Kabel verwendet, 3x Phase (380V), 1x Null und 1x Erde. Zwischen den Phasen entnahm er die 230V. Das Problem war, daß das Kabel 2x schwarze Adern für die Phase hatte. Offensichtlich hatte er die falsche Phase erwischt. Und deswegen fuhr die USV mit 380V – aber nur kurz. Sie flog im Funkenflug davon. Ich muß zugeben, daß der Anblick einer funkensprühenden USV etwas Faszinierendes an sich hatte.

Der Hauselektriker entschuldigte sich damit, daß er das Kabel “noch aus Altbeständen im Lager gefunden habe, was billiger gewesen sei, als neues Kabel zu beschaffen.”

Die Bedeutung des Sinnspruchs “nicht wissen, was Phase ist” hatte für die EDV an diesem Tag eine wörtliche Bedeutung erfahren …

 


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Rückruf unter /dev/null

Betroffen war ich hier als Privatkundin eines großen ISP-Unternehmens aus dem Westerwald. Der DSL-Anschluss war gestört, keine Verbindung ins Internet, kein Telefon.

Immerhin, dank Mobiltelefon konnte ich ein Support-Ticket eröffnen. Es folgte eine Terminabsprache für den Rückruf der Technik-Abteilung: Frühestes Terminangebot von deren Seite am Freitag, also 2 (!) Tage später. Unglaublich aber wahr.

Also habe ich ungeduldig und seufzend gewartet. Und endlich ist er da, der Tag X an dem alles wieder gut wird, wie ich dachte und hoffte. Also sitze ich zum abgesprochenen Termin gespannt neben meinem Mobiltelefon, dessen Nummer ich für den Rückruf angegeben habe. Als nach einer halben Stunde immer noch nichts geschehen war, habe ich dann wieder da angerufen und musste mir sagen lassen, dass der Rückruf erfolgt und ich ja leider nicht ans Telefon gegangen sei..

Auf meine bestürzte Nachfrage stellte sich heraus, dass die tatsächlich nicht auf der angegebenen Mobilnummer sondern auf dem abgehängten Telefon angerufen haben!

Der nächste verfügbare Termin war dann Montags oder Dienstags.. Und schlussendlich ergab die Analyse der Technik-Abteilung dann, dass sie in der Angelegenheit nichts ausrichten konnten und die Telekom[1] hier ran musste. Der Teil ging dann sehr schnell. Nur 45 Minuten später war ich wieder online.

[1] Die vertraglichen Konditionen sahen vor, dass ich die Telekom erst beauftragen durfte, wenn der ISP den Fall geprüft und grünes Licht dafür gegeben hatte. Anderenfalls hätte man mir ggf. Kosten in Rechnung gestellt, falls das Problem nicht auf Seiten Telekom gelegen hätte..


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Hitziger Serverraum

Geschichten habe ich viele, hier eine die gerade noch gut ausging.

Vor vielen Jahren forschte und administrierte ich an einem Max-Planck-Institut. Die Arbeitsgruppe brauchte viel Rechenleistung. Deswegen stand ein grosser Serverraum voll mit Numbercrunchern, einer Notstromversorgung und einer Klimaanlage die stark genug war einen Vulkan runter zu kühlen.
Eines Tages, ich war eigentlich schon auf dem Weg in die Mensa, fragte jemand nach einem speziellen Kabel. Mein Arbeitsethos siegte über den Hunger – deswegen ging ich in den Serverraum das Kabel holen. Als ich die Tür öffnete schlug mir eine unglaubliche Hitze entgegen. Die Server liefen noch, bei der bestehenden Hitze hätten sie das Dessert aber
sicher nicht mehr erlebt. Gut, dass ich die Sache mit dem Kabel vor dem Essen erledigen wollte. Die Klimaanlage lief zwar, blies aber nur warme Luft in den Raum. Ich entschied mich dazu die heisse Luft mit grossen Lüftern aus dem Raum zu blasen, was ganz gut funktionierte. Aber warum funktionierte die Klimaanlage nicht? Auf die Lösung kam ich durch eine Befragung des Institungselektrikers und etwas Logik. Es gab einen unbemerkten kurzen Stromausfall, der von der Notstromversorgung abgefangen wurde. Alle Server und auch die Klimaanlage bekamen ihren Strom aus den Akkus. Geladen wurden die Akkus aus einem anderen Energiestrang, der vom Ausfall nicht betroffen war. Wirklich alles wurde vom Notstrom versorgt. Nur nicht das Steuergerät der Klimaanlage – das hing ganz ohne Redundanzen am Stadtnetz. Und musste nach einer Unterbrechung der Versorgungsspannung von Hand (!) wieder eingeschaltet werden.

Die Server waren gerettet, die Klimaanlage lies sich wieder starten, der Elektriker hatte einen neuen Auftrag – und die Mensa hatte inzwischen geschlossen.


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Hochsichere und unvergessbare Passwörter

Einer unserer Lieblingskunden, weil immer für Überraschungen gut (ISDN-Kabel im Switch, das sich über Nacht ganz von allein dort einstöpselte; versuchter Festplattenumbau während des Reboot-Vorgangs – “Der Techniker hat uns das aber genau so gesagt!!!”; irrwitzige Bastelarbeiten an der Datenbank, für die es eigentlich feinste Programmmodule gibt mit anschließendem Crash …), hatte mal wieder ein Problemchen mit seinem SUSE-Server. Ein Vor-Ort-Schrauber ist da – ein guter Kumpel, der sonst auch die SAT-Anlage des Chefs betreut – und hat den Support des Anwender-Programms in der Leitung.

Support: Ich komm nicht weiter, wurde das root-Passwort geändert?
Schrauber, nuschelnd Ja, der Chef konnte sich das Passwort nicht merken und hat es geändert, in MODDORAD.
Support: Wie bitte?
Schrauber: MODDORAD, sie wissen doch …
Support: Können sie mal bitte buchstabieren?
Schrauber: Kennen sie kein MODDORAD? M wie Maulwurf, O wie Otto, D wie Deodor, O wie Otto, R wie Richy …
Support: Ahhh, MOTORRAD. Danke. (klapper, tipp, tipp) … Moment noch … (klapper, tipp, tipp,) … Login failed
Sind sie sicher? MOTORRAD??
Schrauber: Ja, MODDORAD!
Support, tief Luft holend: Buchstabieren Sie bitte noch ein mal.
Schrauber, genervt: Waaas? M wie Maulwurf, O wie Otto, D wie Deodor, O wie Otto, R wie Richy, A wie Alfons, D wie Dora.
Support, Augen verdrehend, aber das fehlende R nicht kommentierend: (klapper, tipp, tipp) Jaaaa, jetzt gehts. Recht vielen Dank.

Das “falsche” Passwort überlebte bis einer neuer Server installiert wurde. Es gab ein neues und wieder wurde es vom Kunden geändert. Irgendwann hatte ich dann mal den Chef der Firma in der Leitung.

Ich: Ich müsste ans Betriebssystem, aber das Passwort passt nicht. Haben Sie das geändert?
Chef: Ja, das alte konnte ich mir nicht merken. Das neue ist AFRICATWIN.
Ich: Wie bitte?
Chef: AFRICATWIN, wie mein neues Motorrad.
Ich: (klapper, tipp, tipp) … Moment, vertippt … (klapper, tipp, tipp) … Funktioniert nicht, das Passwort stimmt nicht.
Chef: AFRICATWIN! Die von Honda!
Ich: Ja, ich kenne die Maschine, cooles Teil … (klapper, tipp, tipp) … Das ist falsch. Buchstabieren Sie bitte mal.
Chef: A – F – R – I – K – A – T – W – I – N
Ich: (klapper, tipp, tipp) O.k., so gehts. Danke für Ihre Hilfe.


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Der eingesperrte Kollege

Es begab sich etwa um das Jahr 1999/2000. Noch längst nicht jeder Kollege hatte freien Internetzugang, es tobte der Browserkrieg, der neue Markt boomte …

Ich also an meinem Arbeitsplatz wieder mal mit hunderten von Fenstern auf nem winzigen LCD-Bildschirm: Datenbanktools, Browser, Terminal-Fenster auf verschiedenen Servern, zig E-Mails gleichzeit auf. Kurz gesagt: Arbeitsweise eines Musterschülers für effizientes und stressfreies Arbeiten und Administrieren.

Plötzlich: Klopfen …

Wieder die Konzentration auf mein Datenbanktool gerichtet: Optimierung des Zugriffspfades auf meine Daten in dem RDBMS.

Zwei Minuten Später: Wieder Klopfen!

Innehalten … Kopf nach rechts und links und unten … Nichts …

Wieder weiter hacken.

Nach einiger Zeit wieder dieses Klopfen: Tock, Tock, Tock.
Da ist doch jemand, nur wo?

Also: Arbeitsplatz verlassen und schauen. Nichts. Auch kein Klopfen mehr.

Wieder in die Arbeit eingetaucht.

Da ist es wieder: Das Klopfen. Da braucht doch jemand Hilfe !!!
Ohr an den Kabelschacht, der in den Keller führt: Stille.

Ich rufe die 1313 an: Haustechnik. Die wissen, welche Räume sich im Keller unter mir befinden und können die eingeschlossene Person bestimmt gleich befreien.

Nach 5 Minuten stehen sie bei mir mit zwei Leuten im Büro. Liegen auf dem Boden mit einem Ohr fest auf den braunen Teppich gedrückt. Dann das Ohr am Kabelschacht.

Da ist es wieder: Tock, tock, tock.
Yippie, sie haben es auch gehört und die Person kann nun hoffentlich gleich aus ihrem Verschluss befreit werden.

Dummerweise sitzt die Person nicht im Keller sondern bei mir im PC.
Ich wusste nicht, dass so’n blödes Werbebanner auf einem Tab meines frischen Firefox sporadisch Klopfgeräusche von sich gab. Auch wusste ich nicht, dass in meinem PC ein Lautsprecher eingebaut war, der auch andere Töne von sich geben konnte, als Piep, piep.
Das Gelächter war gross und die für mich peinliche Geschichte wird mir gelegentlich immer wieder auf’s Brot geschmiert.
Letztendlich haben aber alle drüber gelacht.


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Kostet nix? Kann nix taugen!

Fortune begrüßte mich gerade mit folgender Weißheit:

The Consultant’s Curse:
When the customer has beaten upon you long enough, give him what he asks for, instead of what he needs. This is very strong medicine, and is normally only required once.

Außer einem “stimmt!” weckte das auch Erinnerungen an einen (nicht ganz kleinen)  Kunden, der für seine Homepage ein Forum haben wollte.

phpBB schied von vornherein aus, weil es für seine Sicherheit “berühmt” ist. (Das Zitat von Cristian Rodríguez auf der opensuse-project-Mailingliste “ohh.. and ensure that you dont use phpBB, I repeat, dont use phpBB or you will regret it !! my dog writes better code than that :-P” fasst das ganz gut zusammen.)

Ich machte mich daher auf die Suche nach einem guten und sicheren Forum, das ich mit dem “Unclassified Newsboard” dann auch fand (sehr gute Doku, auch stichprobenhafte Überprüfungen des Codes sahen gut aus). Ich machte also eine Testinstallation, die dem Admin des Kunden recht gut gefiel.

Allerdings hatte niemand mit seinem Chef gerechnet – der entschied frei nach dem Motto “Kostet nix? Kann nix taugen!”, dass er keine freie/kostenlose Software will und er lieber Geld für kommerzielle Software aus dem Fenster wirft ausgibt. (Die Homepage lief übrigens mit Typo3, aber das nur am Rand.)

Die Entscheidung fiel also auf ein kommerzielles Forum, das dann auch installiert wurde.

Nach ein paar Wochen fiel mir auf, dass der Server seltsame Dinge[tm] macht.
In diesen Fällen ist “ps Zaux” in Kombination mit AppArmor und einem Hat pro VirtualHost hilfreich – so findet man schnell raus, welcher vHost einen Prozess gestartet hat.

Das Ergebnis deutete genau auf das supertolle, weil teure Forum. Unter dem vHost des Forums lief stundenlang ein Perlscript, obwohl das Forum in PHP programmiert war. Killen half nur temporär, weil es kurz danach (durch Abruf einer bestimmten PHP-Datei) wieder gestartet wurde. Ich schrieb also eine kleine .htaccess (der Klassiker – “Deny from all”) und gab dem Kunden Bescheid, dass sein Forum gehackt wurde.

Wie das Perlscript, das übrigens “wwwrun” gehörte, auf den Server kam, ließ sich durch Googeln nach “$forumname exploit”  schneller klären als durch den Blick in die Logs.
Foren haben ja das nette Feature, dass man ein Avatarbild hochladen kann. Der Trick war dann, ein “Bild” namens “meinfoto.php” und/oder “meinfoto.pl” hochzuladen und anschließend im Browser zu laden.

Einige Zeit später stand in den Suchergebnissen zu “$forumname exploit” übrigens, dass dieser Bug vom Hersteller gefixt wurde – quasi als Entschädigung konnte man jetzt aber beliebige Dateien runterladen ;-)

Und was lernen wir daraus?

1. Der Kunde brauchte “plötzlich” doch kein Forum mehr.

2. Bevor man irgendeine Software installiert, sollte man vorher den Namen + “exploit” googeln. Ab einer siebenstelligen Trefferzahl empfehle ich, sich nach Alternativen umsehen ;-)

PS: Ich möchte hier keinen an den Pranger stellen, weil das Ganze schon ein paar Jahre her ist und sich die Codequalität seitdem (hoffentlich) verbessert hat – nur soviel: der Name des gehackten Forums klingt ziemlich heiß ;-)


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Beamen mit dem Fax

Es muss irgendwann Mitte der 90er gewesen sein. Wir installierten in einem mittelständischen Betrieb im Bayerischen Wald in einem Ort der sich so anhört wie er ist “Finsterau” auf Wunsch des Junior Chefs, der sich nicht mehr auf berittene Boten verlassen wollte ein Faxgerät.
So eines mit Thermopapier, ratternder Walze und einer Scannerleiste, die in etwa die Farbe von Meister Yodas Lichtschwert hat – ihr kennt diese Dinger, die einen unheimlichen Hang zum Papierstau hatten bestimmt auch noch. Mittlerweile war auch der Senior Chef hinzugekommen während ich gerade dabei war ein Blatt Papier auf dem einige Telefonnummern notiert waren zu Testzwecken in das Gerät einzulegen. Die Nummer wurde gewählt, es piepte und das Papier wurde klappernd in das Gerät unter Meister Yodas Lichtschwert gezogen.
In diesem Moment drängelte sich der Senior Chef vor, ergriff das noch heraushängende Ende vom Blatt und zog das Dokument mit den Worten “Nein das brauche ich hier noch – das bleibt hier” aus der Maschine.


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Beamen

Mein Telefon klingelte. Aus dem Faxgerät im Verkauf kommt unaufhörlich immer das gleiche Fax heraus. Schaue auf die Telefonanlage und den Faxserver, scheint alles OK: Verbindung angenommen, übertragen, beendet, Ausdruck.
Bei uns scheint alles klar, Drucker anhalten.
Dann mal beim Versender anrufen, erst einmal Blick ins Warenwirtschaftsystem und dazugehörige Telefonnummer heraussuchen und anrufen.
Auf der Gegenseite meldet sich eine ältere Dame. Ich erkläre das wir immer das gleiche Fax von deren Faxgerät bekommen.

Sie sagte, ihr Sohn hat von der Baustelle angerufen und sie solle dringend noch vor vier Uhr die Bestellung die auf seinem Schreibtisch liege faxen. Der Sohne habe es vergessen und ihr das Faxen am Telefon genau erklärt.

Sie sagt dazu: “sie kann machen was sie will, das Papier kommt immer wieder unten heraus…..”


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